Handbuch Wissenschaftssoziologie by Rainer Schützeichel (auth.), Sabine Maasen, Mario Kaiser,

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By Rainer Schützeichel (auth.), Sabine Maasen, Mario Kaiser, Martin Reinhart, Barbara Sutter (eds.)

Kann Wissenschaft ein Gegenstand nicht nur für Erkenntniskritik und historische examine, sondern auch für die Soziologie sein? Lange hieß es: nein! Spätestens mit Robert okay. Merton ändert sich dies: Seither beschäftigt sich eine Wissenschaftsso­ziologie mit der Frage, wie die Produktion, Verbreitung und Geltung gesicherten Wissens möglich sind.

Das erhebliche Inventar an Theorien und Methoden, das zur Beantwortung die­ser Frage zur Verfügung steht, verdankt sich der Soziologie als Heimatdisziplin der Wissenschaftssoziologie – angereichert hat sie es durch ihre Eingliederung in eine interdisziplinäre Wissenschaftsforschung sowie durch Kooperationen mit Nach­bardisziplinen. Ob Diskurse oder Systeme, ob Organisationen oder Institutionen der Wissenschaft, ob Interaktionen mit Politik oder Öffentlichkeiten, ob neue Me­dien oder neue Arbeitsweisen, ob Nichtwissens- oder Technowissenschaftskultu­ren – wie die Beiträge des Handbuchs schlaglichtartig zeigen, widmet sich die heutige Wissenschaftssoziologie diesen und weiteren Themen mit hoher Auflösungskraft und Differenzierung.

Die Wissen­schaftssoziologie untersucht sowohl die heterogenen Bedingungen und ambi­valenten Effekte der Produktion, Verbreitung und Geltung gesicherten Wissens als auch der zunehmenden Wissensbasierung der Gesellschaft insgesamt. Es spricht deshalb einiges dafür, dass sie heute als Bindestrichsoziologie mit gesellschaftsdia­gnostischem Potenzial betrachtet werden kann.

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Handbuch Wissenschaftssoziologie

Kann Wissenschaft ein Gegenstand nicht nur für Erkenntniskritik und historische examine, sondern auch für die Soziologie sein? Lange hieß es: nein! Spätestens mit Robert okay. Merton ändert sich dies: Seither beschäftigt sich eine Wissenschaftsso­ziologie mit der Frage, wie die Produktion, Verbreitung und Geltung gesicherten Wissens möglich sind.

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Bei über ninety five % aller Verstorbenen in Deutschland bestehen nach wie vor keine autoptisch gesicherten Erkenntnisse über die eigentliche Todesursache und etwaige Begleiterkrankungen. Die auf einer solchen unsicheren Datenlage beruhenden gesundheitspolitischen Entscheidungen zu Disease-Management-Programmen, zu Prävention und strukturellen Maßnahmen der Krankenversorgung entsprechen damit nicht der erforderlichen Evidenz.

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Jahrhundert realisiert werden konnte). Francis Bacons berühmte Worte „was in der Betrachtung als Ursache gilt, dient in der Handlung als Regel“ fassen diesen Zusammenhang prägnant zusammen (1878 [1620], 3). Spätere Entwicklungen („Big science“) werden als Modifikationen dieser Art Wissenschaft verstanden. Diese Spezifik der Wissenschaft als gesellschaftliche Praxis impliziert nicht, dass früheres und wissenschaftliches Wissen keine Kontinuität aufweisen. Das Werk Archimedes’ z. B. kann durchaus integraler Bestandteil späteren wissenschaftlichen Wissens und eine Voraussetzung der Wissenschaftlichen Revolution bilden, ohne dass es selbst zur ‚Wissenschaft‘ im modernen, auf Produktion gerichteten Sinne geführt hätte.

In der aktuellen Forschung wird diese Richtung nicht systematisch verfolgt. Jedoch finden sich wesentliche Aspekte heute in der Wissenssoziologie (insb. dem Strong Programme) und in der Historischen Epistemologie wieder. Insbesondere die Konzentration auf die sogenannte materielle Kultur der Wissenschaften verdankt sich der frühen marxistischen Wissenschaftsphilosophie. 1 Wissenschaft als Arbeit Die materialistischen bzw. marxistischen Beiträge zum Verständnis der Wissenschaft ergeben zusammen eine umfassende Theorie, die soziologische, historische, kognitive und philosophische Aspekte umfasst.

Kann durchaus integraler Bestandteil späteren wissenschaftlichen Wissens und eine Voraussetzung der Wissenschaftlichen Revolution bilden, ohne dass es selbst zur ‚Wissenschaft‘ im modernen, auf Produktion gerichteten Sinne geführt hätte. Die Auffassung des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses als Arbeit im Marx’schen Sinne (Ruben 1976) hat weitreichende Konsequenzen. Marx versteht Arbeit als einen Prozess, in dem der Mensch mittels historisch entwickelter Produktionsmittel auf einen anderen Teil der Natur einwirkt, um ihn seinen Bedürfnissen entsprechend umzuformen.

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